Kaum ein anderer Duft weckt so viel Geborgenheit: Die warme, sanfte Note der exotischen Schote beruhigt die Sinne, hebt die Stimmung und schenkt innere Ruhe. In der Aromatherapie wird Vanille genutzt, um Stress abzubauen, den Schlaf zu fördern sowie nervöse Unruhe und depressive Verstimmungen zu lindern.
Betörend süßlich und sanft balsamisch – das Aroma der Vanille ist verführerisch wie kaum ein anderes. Viele Menschen lieben diesen sinnlichen, warmen Duft und fühlen sich dabei sofort wohl und geborgen. Erinnerungen aus der Kinderzeit, an frisch gebackene Vanillekipferl oder cremigen Vanillepudding kommen hoch und lösen positive und besänftigende Gefühle aus. Zu der gesundheitsfördernden und entspannenden Wirkung des Vanilledufts kommt der herrliche Geschmack, mit dem nicht nur Süßspeisen noch viel köstlicher werden. Verantwortlich für das außergewöhnlich vielschichtige, cremig-süßliche und leicht rauchige Aroma ist Vanillin, der Hauptwirkstoff der Vanille.
Erfahrungen zeigen, dass Vanilleduft tatsächlich beruhigend und angstlösend, aber auch stimmungsaufhellend und entspannend wirken kann. In der Aromatherapie macht man sich genau das zu Nutze und setzt Vanilleextrakt bei stressbedingten Beschwerden, Nervosität, Stimmungsschwankungen, Angstzuständen und Schlafstörungen ein. Diese Wirkungen sind teilweise in Studien belegt (siehe Kasten Seite 28). So reduzierte der sanfte Duft bei erwachsenen Patienten, die im MRT lagen, deutlich die Angst, und sie konnten die Untersuchung in der engen Röhre gelassener überstehen. Andere Untersuchungen zeigen positive Effekte bei Trauer und bei depressiven Verstimmungen.
Echte Vanille
(Vanilla planifolia)
Die echte Vanille oder Gewürzvanille ist eine immergrüne Kletterorchidee, die in den tropischen Regionen Mittel- und Südamerikas heimisch ist. Ihre bis zu 30 Meter langen
Sprossachsen ranken sich mit Hilfe von Luftwurzeln an Bäumen empor. Die zart gelblichen, in Trauben wachsenden Blüten sind ungefähr vier Zentimeter groß und verströmen einen leichten Duft. Jede Blüte ist nur ein paar Stunden geöffnet und kann nur in dieser Zeit bestäubt werden. Gelingt das, entwickeln sich innerhalb von sechs bis neun Monaten längliche Fruchtkapseln, umgangssprachlich Vanilleschoten genannt. Jede der 15 bis 25 cm langen Kapseln enthält tausende winziger schwarzer Samen, eingebettet in eine ölhaltige, aromafreie Masse.
Offenbar beeinflusst Vanillin das Belohnungssystem im Gehirn positiv. Neugeborene etwa weinen seltener, wenn sie den Duft erschnuppern, und mehrere Untersuchungen berichten über weniger Apnoe-Ereignisse bei frühgeborenen Kindern. Wurde Vanilleduft in den Inkubator eingebracht, hatten die Frühchen deutlich weniger Atemaussetzer, und ihre Sauerstoffsättigung und ihre Herzfrequenz waren besser.
Sogar Säuglinge selbst riechen im Nacken und an der Fontanelle leicht nach Vanille – wahrscheinlich sind viele frischgebackene Eltern vom Geruch ihres Babys auch deshalb so überwältigt. Es ist also möglicherweise kein Zufall, dass Vanille in der Aromatherapie oft auch als „typischer Kinderduft“ bezeichnet wird. Er wird besonders für Menschen empfohlen, die seelisch bedürftig und verhärtet sind und Schwierigkeiten haben, loszulassen. Ihr inneres Kind sucht nach Zuneigung, Geborgenheit und Wärme.
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