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Enzyme, unverzichtbar für den Stoffwechsel

Gegen akute und chronische Entzündungen und sogar begleitend in der Krebstherapie entfalten die spezialisierten Eiweiße ihre therapeutische Kraft.

Wenn die Verdauung gestört ist oder Entzündungen sich häufen, kann das mit einem Mangel an Enzymen zu tun haben. Ohne diese spezialisierten Eiweiße kommt kaum eine Stoffwechselfunktion aus. Enzyme vereinfachen chemische Reaktionen im Körper, dank ihnen können Prozesse schneller und bei niedrigeren Temperaturen ablaufen als ohne einen solchen Helfer. Bekanntere Enzyme sind die stärkelösende Amylase im Speichel und das proteinspaltende Pepsin im Magen – zwei von mehr als 5000 Enzymen, die im Körper das tun, was in der Chemie „katalysieren“ heißt.

Wenn ein Enzym wegen eines Gendefektes ganz fehlt und nicht ersetzt werden kann, sind die Folgen oft schon im Kindesalter lebensbedrohlich. Wesentlich häufiger sind relative Mangelzustände, bei denen der Bedarf für ein Enzym höher ist als die zur Verfügung stehende Menge – entweder chronisch oder nur für einen begrenzten Zeitraum, etwa während einer Infektion. Mitunter hilft es schon, enzymreiche Lebensmittel in die Ernährung einzubauen. Bei anderen Beschwerden müssen die Enzyme als Präparate zugeführt werden, um eine Linderung zu erzielen. Das gilt besonders für die „Systemische Enzymtherapie“.

Unverträglichkeiten entschärfen: Wer Milchzucker oder Histamin schlecht verträgt, kann deren Aufspaltung mit den fehlenden Enzymen unterstützen.

Laktose, der Zucker aus der Milch, muss im Dünndarm von dem Enzym Laktase gespalten werden, andernfalls gelangt er unverdaut in den Dickdarm, was bei vielen Menschen zu Blähungen und Durchfall führt. Viele Menschen verlieren als Erwachsene die Fähigkeit, Milch zu vertragen, bei anderen verringert sie sich mit dem Alter. Betroffene sollten Milchprodukte und solche mit Laktosezusatz weitgehend meiden. Das Enzym Laktase ist rezeptfrei als Medikament erhältlich. „Es sollte aber nur als Ausnahme bei Gelegenheiten wie Einladungen genommen werden“, sagt Dr. Hellmut Münch, Arzt und Leiter der Medizinischen Enzymforschungsgesellschaft. „Die Tabletten können nicht die Ernährungsumstellung im Alltag ersetzen.“

Ähnliches gilt bei der Unverträglichkeit für das Protein Histamin, das in vielen Produkten natürlicherweise enthalten ist (zum Beispiel in sehr reifem Käse). Andere Lebensmittel – wie Erdbeeren – und auch viele Schmerzmittel regen die körpereigene Histaminproduktion an. Für den Abbau von Histamin braucht der Körper das Enzym mit der Abkürzung DAO. Wird davon zu wenig gebildet, kommt es zur Histaminschwemme, die allergieähnliche Symptome, starke Bauchschmerzen und Durchfall auslöst. Wenn es mal nicht möglich ist, histaminarm zu essen, können Betroffene DAO als Tablette einnehmen (rezeptfrei in Apotheken). Lesen Sie den vollständigen Beitrag in Ausgabe 03/2017.

Weitere Aspekte:

  • Verdauung unterstützen: Verschiedenste Enzyme machen die Nährstoffe einer Mahlzeitfür die Zellen verfügbar. Produziert der Körper zu wenig davon, können Präparate und enzymreiche Nahrung helfen.
  • Entzündungen entgegenwirken: Mit der „Systemischen Enzymtherapie“ werden im ganzen Körper heilende Effekte ausgelöst.
  • Herzinfarktrisiko deutlich mindern: Die positiven Eigenschaften der Enzyme wirken auch vorbeugend.
  • Krebstherapie begleiten: Eiweiß zersetzende Enzyme unterstützen das Immunsystem dabei, die Entwicklung von Tumoren und Metastasen zu bremsen

 

Foto: VLADGRIN/iStock.com

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