Wenn im Darm nichts geht, geht es uns nicht gut. Gründe für Verstopfung, fachsprachlich Obstipation genannt, gibt es viele. Oft ist sie eine Folge von falscher Ernährung und zu wenig Bewegung. Auch Stress, bestimmte Medikamente oder ein im Alter veränderter Stoffwechsel können die Verdauung ins Stocken bringen. Um ihren Patienten nachhaltig helfen zu können, geht Dr. Isabel Bloss gemeinsam mit ihnen auf Spurensuche.
Dr. med. Isabel Bloss
Die Schwerpunkte der Ärztin für Allgemeinmedizin sind neben Naturheilverfahren, Homöopathie und Anthroposophischer Medizin die chinesische Medizin und die Akupunktur. Seit 2021 betreibt Dr. Bloss ihre privatärztliche Praxis in einem telemedizinisch orientierten Format.
Fallbeispiel 1: Verstopfung durch falsche Ernährung
Eine 46-jährige Lehrerin berichtete, sie habe wegen seit Jahren wiederkehrender Verstopfungsbeschwerden einen Darmspezialisten aufgesucht. In der Darmspiegelung habe sich kein krankhafter Befund gezeigt, woraufhin ihr Macrogol verordnet worden sei, ein osmotisch wirksames Abführmittel, das den Stuhl weicher und voluminöser macht. Die Darmentleerung falle damit leichter, nun habe sie aber oft Blähungen und ein flaues Gefühl im Magen. Zudem äußerte sie die Sorge, ihr Körper könne sich an diese Unterstützung gewöhnen, und betonte, eine Abhängigkeit vermeiden zu wollen. Aus diesem Grund suche sie nach möglichst nebenwirkungsarmen Alternativen.
Mein Verdacht: Im Gespräch stellte sich sehr schnell heraus, dass es der Lebensstil der Patientin und die damit einhergehenden Ernährungsgewohnheiten sind, die die immer wieder auftretenden Verdauungsprobleme verursachen. Alleinerziehend mit zwei Kindern und voll im Beruf stehend, nahm sich die Lehrerin
weder die Zeit, regelmäßig selbst zu kochen, noch um Sport zu treiben. Sie brauchte keine Medikamente, und auch ihre Laborwerte waren unauffällig. Sie hatte weder erhöhte Blutzuckerwerte noch eine Schilddrüsenunterfunktion, ihre Elektrolytwerte waren in Ordnung, und es gab noch keine Anzeichen für eine hormonelle Umstellung, die Wechseljahre hatten bei ihr noch nicht begonnen.
Mein Behandlungsansatz: Ich empfahl meiner Patientin, ihre Ernährung umzustellen, und gab ihr praktische Tipps an die Hand, wie sie schon morgens ihre Verdauung in Gang bringen kann. Ergänzend verordnete ich ihr eine Kur mit Präparaten zur Stärkung der Darmflora und zur Unterstützung der Lebertätigkeit und riet ihr, sich mehr sportlich zu betätigen.
eim Thema „Ernährung optimieren“ rannte ich bei der Lehrerin offene Türen ein. Sie wusste selbst, dass der schnelle Griff in den Kühlschrank und zur Tiefkühlpizza ihrer Verdauung nicht guttut, zumal es ihrem Darm tatsächlich besser geht, wenn sie Zeit hat, sich um die Ernährung zu kümmern. Mein leicht in den Alltag zu integrierender Rat zur Vermeidung von Verstopfung lautete, den Ballaststoffanteil in der Nahrung zu erhöhen. Konkret riet ich ihr, täglich Weizen- oder Haferkleie oder Chiasamen zu sich zu nehmen. Dadurch vergrößert sich das Stuhlvolumen, was die natürliche Darmbewegung anregt. Da die Patientin große Ballaststoffmengen nicht gewohnt war, sollte sie erst einmal ganz langsam mit zwei Esslöffeln, also rund zehn Gramm, beginnen und sich langsam auf 30 bis 40 Gramm steigern. Bei Flohsamen, ebenfalls ein wunderbares Mittel, um die Darmtätigkeit anzuregen, entsprechen zwei Teelöffel ungefähr zehn Gramm Ballaststoffen. Damit die Naturstoffe im Darm wirken, ist entscheidend, dass sie aufquellen können. Deshalb verzehrt man sie zusammen mit einem großen Glas Wasser und trinkt über den Tag verteilt weitere 1,5 Liter Flüssigkeit.
Gleich morgens ein Glas warmes Zitronenwasser zu trinken, ist ein weiteres probates Mittel bei Verstopfung. Dafür gibt man einfach den Saft einer frisch ausgepressten halben Zitrone in ein Glas abgekochtes Wasser. Aus ayurvedischer Sicht regt die Kombination aus Säure und Wärme das Verdauungsfeuer Agni an, in der chinesischen Medizin erklärt man sich die positiven Effekte über eine Anregung des Magen-Milz-Funktionskreises, also unsere Mitte, durch die das Verdauungs-Qi in Gang kommt.
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