Grundlage eines aktiven und selbstbestimmten Lebens bis ins hohe Alter ist auch ein starkes Knochengerüst. Mit zunehmenden Lebensjahren steigt jedoch das Risiko, eine Osteoporose zu entwickeln. Dem können Sie vorbeugen: Kräftigende Übungen fördern die Knochendichte, stärken die Muskulatur und schenken dem Skelett neue Stabilität.
Ein Moment der Unachtsamkeit, ein Sturz oder eine ungeschickte Bewegung, und plötzlich ist ein Knochen gebrochen. Vor allem älte-
re Menschen, aber nicht nur sie erleben das häufig. Oft steckt Osteoporose dahinter – eine Erkrankung, die die Knochen schleichend schwächt und ihre Widerstandskraft mindert. Wenig reicht dann, um etwa einen Wirbelkörper zu brechen. Spätestens dann wird deutlich, wie wichtig gesunde, stabile Knochen sind.
Was ist Osteoporose, und wie kommt es dazu?
In Deutschland leben fast sechs Millionen Personen mit der Diagnose Osteoporose, vor allem Menschen über 70 Jahren. Frauen sind etwa viermal häufiger betroffen als Männer. Die Erkrankung begünstigt jährlich rund 100 000 Oberschenkelhalsbrüche, mit ständig steigender Tendenz.
Bis es zu den ersten Knochenbrüchen kommt, verläuft eine Osteoporose in der Regel unbemerkt. Typische erste Anzeichen im frühen Stadium der Krankheit gibt es nicht. Sogar ein Bruch der Rippen kann verborgen bleiben. Unklare Rückenschmerzen oder das Abnehmen der Körpergröße sind dann mitunter die einzigen Hinweise, dass möglicherweise mit den Knochen etwas nicht stimmt. Osteoporose entsteht, wenn entweder in jungen Jahren nicht ausreichend Knochenmasse aufgebaut wurde oder wenn der Körper im späteren Leben mehr davon abbaut, als er neu bildet. In der Folge können die Knochen bereits bei geringer Belastung brechen. Schon ein Stoß, das Heben einer Einkaufstasche oder ein Hustenanfall kann zu viel für sie sein.
Mediziner unterscheiden zwischen einer sekundären Form der Osteoporose, die als Folge anderer Erkrankungen wie Rheuma oder Schilddrüsenüberfunktion entstehen kann, und einer primären Osteoporose, die meist altersbedingt auftritt. Besonders häufig sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen, da mit dem Rückgang des weiblichen Geschlechtshormons Östrogen ein wichtiger Schutzfaktor für die Knochen entfällt. Weitere Risikofaktoren sind eine genetische Veranlagung, unausgewogene Ernährung, Nikotin- und Alkoholkonsum, die langfristige Einnahme bestimmter Medikamente wie Kortison und vor allem: mangelnde Bewegung und zu wenig kräftigender Sport.
SelbstTest zum Osteoporose Risiko
Mit der Osteoporose Selbsteinschätzung des OSD (Osteoporose-Selbsthilfegruppen Dachverband e. V.) können Sie Ihre persön-
lichen Risikofaktoren für Osteoporose abfragen. Den Test finden Sie unter
www.osd-ev.org/patienten/osteoporose-verstehen/osteoporose-test
Osteoporose lässt sich aufhalten
Zum Glück sind Knochen kein starres Gerüst, sondern lebendiges Gewebe, das sich kontinuierlich auf- und abbaut. Insgesamt gilt Osteoporose heute als gut beeinflussbare Erkrankung: Sie lässt sich zwar meist nicht vollständig verhindern, doch ein aktiver Lebensstil mit ausgewogener, eiweiß- und kalziumreicher Ernährung, ausreichender Nährstoffversorgung und vor allem mit viel Bewegung kann den Abbau von Knochen deutlich verlangsamen und die Lebensqualität bis ins hohe Alter erhalten. Werden Knochen durch Bewegung belastet, erhalten sie wichtige Reize, mehr Knochensubstanz zu bilden und dadurch stabiler zu werden.
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