Sauerkirschen sind echte Powerfrüchte für Aktive. Als Geheimtipp gilt unter Sportlern vor allem die Montmorency Kirsche: Sie beugt Muskelkater vor, beschleunigt die Erholung nach dem Training und macht den Körper schnell wieder leistungsbereit. Ihre Inhaltsstoffe wirken zudem entzündungshemmend.
- Michigan in den Fünzigern: eine folgenreiche Entdeckung
- Vitalstoffe für Muskeln und Gelenke
- Begehrte Sauerkirschprodukte
- Wissenschaftlich belegte Heilkraft
- Mythos oder Wahrheit: Kirschen essen und Wasser trinken macht Bauchweh?
- Sauerkirschkonzentrat: Achtung bei Nierenschwäche!
- Heimische Sauerkirschen mit vielen Pluspunkten
Einfahrt ins Ziel der Tour de France – und sogleich fließt purpurroter Sauerkirschsaft aus den Trinkflaschen der Stars. Radrennprofis und Sauerkirschsaft? Ja, tatsächlich: Das Getränk ist bei den Radlern hoch angesagt. Und das liegt nicht nur am erfrischend säuerlichen Geschmack. Die Begeisterung hat auch einen medizinischen Grund. Sauerkirsche unterstützt die schnellere Regeneration der Muskeln nach einem anspruchsvollen und muskelschädigenden Rennen. Der Zeitpunkt der Einnahme des „Zaubertranks“ ist dabei mitentscheidend für den Effekt, so die Erfahrung der Team-Ärzte: Die Fahrer müssen ihren Saft sofort trinken, sobald sie die Ziellinie überquert haben – dann sind die Muskeln besonders aufnahmefähig.
Gewöhnlichen Kirschsaft zu trinken oder nur ein paar Sauerkirschen zu essen genügt allerdings nicht, jedenfalls nicht für diese spezielle Wirkung. Für das bei Sportlern begehrte Sauerkirschkonzentrat, aus dem das regenerationsfördernde Getränk hergestellt wird, wird nämlich nur eine spezielle Kirschsorte verarbeitet: die Montmorency Sauerkirsche. Sie wirkt am intensivsten gesundheitsfördernd.
Sauerkirsche (Prunus cerasus)
Sauerkirschen gehören zur Familie der Rosengewächse, sie wachsen als Strauch oder Baum. Der Baum hat eine lockere, rundliche Krone, die Rinde ist rötlichbraun und leicht glänzend, die Äste hängen oft über. Die ledrig grünglänzenden Laubblätter sind elliptisch-eiförmig und etwas zugespitzt. Sauerkirschen blühen oft erst Ende April bis Anfang Mai, später als die Süßkirschen. Die strahlend weißen, kleinen Blüten sind fünfblättrig und erscheinen in doldenförmigen Büscheln. Die Früchte wachsen im Frühjahr direkt aus der Mitte der verwelkenden Blüten heraus, der Fruchtknoten entwickelt sich zur kugelig runden Steinfrucht. Etwa 15 bis 20 mm groß leuchtet sie hell- bis schwarzrot, das Fruchtfleisch ist intensiv rot bis gelblich blass gefärbt.
Michigan in den Fünzigern: eine folgenreiche Entdeckung
Die Montmorency Sauerkirsche gehört botanisch zur Art Prunus cerasus (siehe Kasten oben), also zu den klassischen Sauerkirschen. Die Früchte werden leuchtend mittelrot, schmecken säuerlich und haben hellrotes bis gelbliches Fruchtfleisch. Ursprünglich stammt diese Sauerkirschart aus Frankreich, aus einer Region nördlich von Paris. Dort liegt die Stadt Montmorency, nach der die Kirsche benannt ist. Von dort brachte der Missionar und Siedler Peter Dougherty Mitte des 19. Jahrhunderts Stecklinge nach Amerika. Dabei erkannte er schnell, dass das gemäßigte Klima im US-amerikanischen Bundesstaat Michigan mit seinen milden Sommern und kühlen Wintern für die Pflanze optimal ist. Deshalb ließ er die ersten größeren Kirschplantagen auf der Old Mission Halbinsel im Lake Michigan anlegen. Aus dem nördlichen Michigan kommen heutzutage rund 70 Prozent der gesamten US-Ernte an Montmorency Sauerkirschen, wobei Amerika mit über 95 Prozent Anteil weltweit der größte Lieferant ist.
Dass die Montmorency Sauerkirschen positiv auf die Gesundheit wirken und weit mehr als schmackhafte Früchte sind, wurde ein Jahrhundert später von Ärzten in Michigan entdeckt. Ihnen fiel bereits in den Fünfzigerjahren auf, dass sie während der Zeit der Kirschernte deutlich seltener von ihren Patienten mit chronischen Gelenkentzündungen und -schmerzen konsultiert wurden als sonst. Das weckte das Interesse von Wissenschaftlern, die medizinische Forschung setzte ein. In den folgenden Jahrzehnten stellte man fest: Die traditionsreiche Montmorency Sauerkirsche ist keine „normale“ Sauerkirsche, sondern eine Sorte mit außergewöhnlich hoher Nährstoffdichte, an die andere Sauer- und Süßkirschen nicht heranreichen.
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