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Lavendel – Duftender Seelentröster

Fyletto / iStock.com

Auszug aus Heft 4/21

Mit seinen violetten Blüten und dem betörenden Duft spricht Lavendel unsere Sinne an und bringt Entspannung für Körper und Seele. Der Sympathieträger unter den Heilpflanzen ist reich an ätherischem Öl und für unsere Gesundheit vielseitig einsetzbar.

Wer die Lavendelblüte in der Provence einmal erlebt hat, wird sie niemals mehr vergessen. In der Hochprovence, im Vaucluse und in der Hochebene von Valensole erstrecken sich im Juni und Juli blauviolette Blütenmeere bis zum Horizont. In der flirrenden Hitze des mediterranen Sommers verströmt der hier auf großen Feldern angebaute Lavandin (siehe Seite 28) seinen unvergleichlichen Duft.

Weiter im Landesinneren, auf den Hochebenen des Luberon, leuchtet der Echte Lavendel mit den weißen Felsen um die Wette. Angepasst an die kargen Wachstumsbedingungen in Höhenlagen über 1000 Meter entwickeln die kompakten Pflanzen in ihren Stängeln, Blättern und Blütenkelchen eine Heilkraft, die ihresgleichen sucht. „Wilder Berglavendel ist ein guter Wegbegleiter in schwierigen Zeiten, durch raue Lebensphasen voller Stress, in denen eine Fülle an Herausforderungen auf uns einströmt“, erklärt die Diplom-Biologin und Heilpraktikerin Dr. Elke Puchtler, „er ist ein Wegefährte für die Stürme des Lebens.“ Besonders geschätzt wird Lavendel wegen seiner entspannenden und angstlösenden  Wirkung, die uns natürlich hilft, wieder zur Ruhe zu kommen. Um davon zu profitieren, müssen Sie nicht in die Ferne schweifen. Auch Lavendel im Garten oder auf dem Balkon kann zur Entspannung beitragen und der Seele guttun.

Vielfältige Arten mit unterschiedlicher Wirkkraft
Heute gibt es fast 40 Lavendelarten und eine Vielzahl an Sorten und Hy­briden. Sie unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich ihrer Wuchsformen und Blütenfarben von Lila über Hellblau und Weiß bis hin zu Zartrosa, Purpur und Magenta, sondern auch durch ihre Inhaltsstoffe und ihre Verwendungsmöglichkeiten. Die vier bekanntesten Vertreter sind:

>> Echter Lavendel (Lavandula  angustifolia oder Lavandula officinalis): Seine Blüten werden traditionell als Tee, in der Volksmedizin auch als Kräuterwein geschätzt. In der Aromatherapie kommt sein ätherisches Öl wegen seiner entspannenden und angstlösenden Wirkung bei Schlafstörungen und Stress zum Einsatz. Die blumig-krautig duftende Lavandula officinalis mit ihrer Heilkraft sollte in keinem Garten fehlen. Viele Angustifolia-Züchtungen haben allerdings nur geringe Heileigenschaften.

>> Speik-Lavendel (Lavandula latifolia): Dieser Lavendelart fehlen die beruhigend wirkenden Inhaltsstoffe. Sein ätherisches Öl regt an und fördert mit seinem kräftigen und im Unterton kampferartigen Duft die Konzentration. Ihn zeichnet besonders aus, dass er antiviral, antibakteriell und pilztötend wirkt. In der Heilkunde wird Speik-Lavendel bei Atemwegsinfekten, insbesondere bei viral bedingter Sinusitis oder Bronchitis, sowie bei Beschwerden aus dem rheumatischen Formenkreis und auch bei Verbrennungen eingesetzt. 

>> Lavandin (Lavandula x intermedia): Der Provence-Lavendel, die gängigste Lavandin-Sorte, ist eine Kreuzung aus dem Echten Lavendel und dem Speik-Lavendel. Er wird im großen Stil für die Produktion ätherischer Lavendelöle angebaut, da aus ihm vergleichsweise viel Öl destilliert werden kann. Für einen Liter ätherisches Öl benötigt man beim Echten Lavendel 75 bis 140 Kilogramm Pflanzenmaterial, bei Lavandin lediglich 20 bis 40 Kilogramm. Lavandinöl wird gerne als Wohlfühlöl bezeichnet. Mit seiner intensiven Lavendelnote bereichert es viele Parfüms und Raumdüfte, Seifen und Reinigungsmittel.

>> Schopf-Lavendel (Lavandula stoechas): So schön die auffallenden Blüten mit ihren länglichen Hochblättern auch aussehen, die Nutzung des Schopf-Lavendels als Heilpflanze beispielsweise bei Asthma und Bronchitis gehört in Therapeutenhände. Denn das ätherische Öl dieser Lavendelart mit ihrem kräftigen, fast stechenden Duft enthält bis zu 80 Prozent Monoterpenketone, die in hoher Dosierung Krämpfe auslösen und Gehirn und Leber schädigen können. 

Prinzipiell gilt: Bei Babys, Schwangeren und Kindern sollte ätherisches Öl aus Echtem Lavendel nur fachgerecht verdünnt und solches aus Speik- oder Schopf-Lavendel überhaupt nicht eingesetzt werden.

 

Den vollständigen Beitrag finden Sie in Ausgabe 4/2021

Weitere Aspekte in diesem Beitrag:

  • Siegeszug von Persien rund ums Mittelmeer
  • Wohltat für Seele und Körper
  • Der Geruch von Sauberkeit
  • Ernte zur Mittagszeit
  • Lavendelwein nach Hildegard von Bingen
  • Lavendelöl – ein duftendes Heilmittel, das in keiner Hausapotheke fehlen sollte
  • Machen Sie den Hauttest

 



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