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Die Misteltherapie: Erfolgreich bei Krebs

Fast zwei Drittel der Krebspatienten wenden heute Mistelpräparate an – meist zusätzlich zu konventionellen Behandlungsverfahren. Die Mistel ist damit der wichtigste Baustein in der komplementären Krebstherapie.

Über 100 klinische Studien zeigen: Eine Misteltherapie kann die Lebensqualität verbessern und die Nebenwirkungen von Chemo- und Strahlentherapie abmildern, ohne deren Wirksamkeit zu beeinträchtigen.

Mehr noch: Jüngst zeigte eine aufsehenerregende Studie, dass sie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs sogar die Überlebenszeit verlängern kann. Diese Forschungsarbeit war nach modernsten Standards angelegt – selbst der kritischste Schulmediziner konnte an ihrem Design nichts bemängeln. Patienten mit lokal fortgeschrittenem Pankreaskrebs, der nicht operiert werden konnte oder bereits Metastasen gestreut hatte, wurden nach dem Zufallsprinzip in zwei Gruppen geteilt: eine bekam eine Misteltherapie mit Iscador Qu (Eichenmistel), die andere nicht. Nach der Hälfte der geplanten Zeit musste die Studie abgebrochen werden, weil es den mit Mistel behandelten Patienten deutlich besser ging als der Vergleichsgruppe. Das aus drei namhaften Schulmedizinern bestehende Kontrollgremium fand, dass es nicht vertretbar sei, die Misteltherapie den anderen Patienten weiterhin vorzuenthalten! An den 220 in die Studie eingeschlossenen Patienten hatte sich gezeigt: Mit einer Misteltherapie hatte sich das Überleben mit durchschnittlich 4,8 Monaten gegenüber 2,7 Monaten in der Vergleichsgruppe nahezu verdoppelt. Und das ohne schwerwiegende Nebenwirkungen und bei verbesserter Lebensqualität.

Zahlreiche positive Effekte
Solche bemerkenswerten Ergebnisse zeigten sich bisher bei anderen Krebsarten noch nicht. Es dürfte auch schwierig sein, sie zu erhalten, denn bei den meisten Krebserkankungen sind die Prognosen glücklicherweise besser als bei Bauchspeicheldrüsenkrebs. Bei Brustkrebs zum Beispiel überleben die Frauen zum Glück so lange, dass es kaum möglich ist, Effekte auf die Überlebenszeit herauszufinden – die Studien müssten sich über mehrere Jahrzehnte erstrecken, was kaum finanzierbar ist. Wohl aber zeigte sich bei Brustkrebs wie auch bei anderen Krebsarten, dass Misteltherapie die Lebensqualität verbessern kann:

  • Lebensfreude und Leistungsfähigkeit kehren zurück.
  • Die lähmende Angst, die von vielen Krebskranken nach der Diagnose Besitz ergreift, lässt nach. Dadurch wird es möglich, Abstand zur Krankheit zu gewinnen und das Steuer des Lebensschiffs wieder in die Hand zu nehmen.
  • Die bleierne Müdigkeit (Fatigue), die viele Krebspatienten quält, schwindet.
  • Der Appetit kommt wieder – und damit auch Kraft und Energie.
  • Der Schlaf wird ruhiger und tiefer.
  • Die Stimmung bessert sich, Depressionen legen sich.
  • Die Infektanfälligkeit geht zurück.
  • Viele Krebspatienten frösteln leicht und haben eine etwas erniedrigte ­Körpertemperatur. Durch die Misteltherapie wird ihr Körper angenehm durchwärmt und sie fühlen sich besser.

Standardtherapie in Anthroposophischen Krankenhäusern
An den Anthroposophischen Krankenhäusern gehört die Misteltherapie deshalb zum Standardrepertoire in der Krebsbehandlung. „Wir machen damit so positive Erfahrungen, dass wir diese Therapie keinem unserer Krebspatienten vorenthalten wollen“, sagt Dr. Thomas Breitkreuz, einer der beiden leitenden Ärzte des Paracelsus-Krankenhauses Unterlengenhardt. Dr. Mathias Sauer, ebenfalls leitender Arzt, ergänzt: „Die Antwort des Organismus auf eine Misteltherapie ist sehr individuell. Entscheidend ist, dass sich Befinden und Befunde des Patienten verbessern. Das heißt konkret: Die Temperaturkurve des Patienten sollte aus der Starre, in die sie durch die Erkrankung geraten ist, wieder ins Schwingen kommen. Das wirkt sich auf die gesamte Befindlichkeit aus, bis ins Lebensgefühl und die Zuversichtlichkeit hinein.“

Misteltherapie ist Expertensache
Jede Misteltherapie ist eine individuelle Therapie – es gibt dafür kein Schema, das für alle Krebspatienten gleichermaßen gilt. Es gibt Menschen, die schon auf homöopathische Verdünnungen stark reagieren, und andere, die eine höhere Dosis oder ein besonders lektinreiches Präparat brauchen, um die erwünschte Reaktion zu zeigen. Lesen Sie den vollständigen Beitrag in Ausgabe 05/2015.

Foto: petrabarz/fotolia.com

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