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Die Kräuterküche der Hildegard von Bingen

Foto: Great Stock/StockFood.com

Auszug aus Heft 3/20

Schon die große Heilkundige des Mittelalters wusste: ­Essen ist Medizin. Kräuter und Gewürze verleihen nicht nur allen Speisen das gewisse Etwas. Sie sind auch ein Fest für die Sinne und ­fördern ganz nebenbei die Gesundheit.

Duftender Lavendel und in allen Grüntönen schimmernde aromatische Kräuter, dazwischen farbenfrohe Ringelblumen und Rosen, mächtige Königskerzen und filigrane Akeleipflanzen sowie reichlich Gemüse … der Klostergarten war ein kunterbunter Nutzgarten, der fast alles lieferte, was Nonnen und Mönche benötigten. Gesundheit und Genuss gingen dabei oft Hand in Hand. Denn viele der im Garten angebauten Kräuter  und Gewürzpflanzen verfeinerten nicht nur die meist vegetarische Kost der einfachen Ordensleute. Sie wurden auch in den Klosterapotheken zu Tees, Tinkturen, Salben und Pülverchen verarbeitet und zur Vorbeugung von Krankheiten und zur Behandlung von vielerlei Beschwerden eingesetzt.

Die Äbtissin Hildegard von Bingen (siehe Kasten) kannte sich mit der Heilkraft von Kräutern aus. Sie brachte das  aus der Antike überlieferte Wissen über Pflanzen mit der Volksmedizin zusammen und stellte in ihren umfangreichen Aufzeichnungen weit mehr als hundert heilkräftige Pflanzen samt Heilwirkung vor. Viele davon sind bis heute beliebte Küchenkräuter, andere, wie die Brennnessel oder die auch Gundermann genannte Gundelrebe, gelten vielfach eher als Unkraut. Ihre Qualitäten in der Küche werden erst allmählich im Zuge der Neuentdeckung essbarer Wildpflanzen wieder geschätzt.

Hildegards Ernährungslehre
Eine gesunde Ernährung war Hildegard von Bingen besonders wichtig. Sie vertrat die ganzheitliche Auffassung, dass man nur dann einen Zustand des Wohlbefindens erreichen kann, wenn Körper, Geist und Seele im Einklang sind. Aus diesem Gedanken heraus entwickelte die heilkun­dige Nonne auf Basis des damaligen Weltbilds eine eigene Ernährungskunde. Alle Lebensmittel hatten demnach eine thermische Eigenschaft, die Hinweise auf ihren Einsatz und ihre Zubereitungsart gab. „Jedes Kraut ist entweder warm oder kalt, und so wächst es, weil die Wärme der Kräuter ihre Seele bezeichnet und die Kälte den Leib“, notierte Hildegard in ihrem großen Werk  „Physica“  (Naturkunde).

Die Kunst des gesunden Kochens bestand für sie vor allem darin, die Zutaten der Gerichte so zusammenzustellen, dass sich die Eigenschaften der Lebensmittel zu einem harmonischen Ganzen ergänzen. Zwei Drittel der Ernährung sollte auf „warme“ Lebensmittel entfallen, der Rest auf „kalte“. Als warm eingestuft waren Dinkel und Kräuter oder Gewürze wie Minze, Lavendel, Thymian, Salbei und Galgant. Sie bringen den Kreislauf in Schwung und setzen Energie frei. So schrieb Hildegard beispielsweise: „Die Gundelrebe ist mehr warm als kalt (…), sodass ein Mensch, der matt ist und dem die Vernunft schwindet, die Gundelrebe in Mus oder Suppe kochen soll (…), und sie wird ihm helfen.“ Als kalte Speisen  galten Spinat und grüne Bohnen, aber auch Gurken, Lachs, Basilikum und Schnittlauch. Sie senken die Körpertemperatur, verlangsamen den Kreislauf und verringern die Energie.
Den vollständigen Beitrag finden Sie in Ausgabe 3/2020

 

Weitere Aspekte in diesem Beitrag:

  • Moderne Hildegardküche
  • Hildegards Küchenheilkräuter
  • Buchtipps

 



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