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Hanf, eine Pflanze mit Potenzial

nevodka / iStock.com; Pixabay

Auszug aus Heft 5/20

Die Heilwirkung des auch Cannabis genannten Hanfs ist schon seit Tausenden von Jahren ­bekannt. Dennoch denken viele bei Cannabis ­automatisch an Marihuana und Haschisch. Es ­lohnt sich, diese Pflanze genauer kennenzulernen.

Schon die Germanen hielten Hanfsamen, die Quelle des Hanföls, für so kostbar, dass sie diese ihren Toten ins Grab legten. Vor Jahrtausenden war die Nutzpflanze aus ihrer botanischen Heimat Zentralasien nach Europa gekommen. Das erste Papier der Welt wurde in China mit Hilfe von Hanf­fasern hergestellt, und Johannes Gutenberg druckte im Jahr 1455 seine Bibel auf Hanfpapier. Aus Hanf entstanden strapazierfähige Textilien, Seile und Segel. Die erste Jeans überhaupt schneiderte Levi Strauss im Jahr 1873 aus der reißfesten, nässeresistenten Hanffaser als perfekte Arbeits­hose für kalifornische Goldwäscher. Heute werden schwer entflammbare Hanffasern in der Auto- und Bauindustrie verwendet.

Als Heilmittel ist Hanf ebenfalls alt­bekannt: Schon der legendäre chinesische Kräuterpapst Shen-Nung lobte vor 5000 Jahren seine Heilwirkung. Noch um 1900 zählte Hanftinktur in Deutschland zu den meistverkauften Arzneien. Sie lag in jeder Hausapo­theke und sollte Rheuma, Schmerzen oder Schlaflosigkeit lindern.

All dies änderte sich ab Mitte des  20. Jahrhunderts. Die moderne Pharmakologie verteufelte Hanf als gefährliches Rauschmittel. 1961 wurde der Anbau von Indischem Hanf (Cannabis indica) wie auch von Nutzhanf, dem Echten oder Gewöhnlichen Hanf (Cannabis Sativa), zunächst in den USA verboten, später fast überall auf der Welt, so auch zwischen 1982 und 1996 in Deutschland.

Der Grund: die berauschende Wirkung des Indischen Hanfs. Die getrockneten Blüten seiner weiblichen Pflanzen werden als Drogen unter den Namen Marihuana oder „Gras“ konsumiert. Das aus den Blüten und Blättern gepresste Harz ist das ebenso verpönte Haschisch. ...


Nahrung und Hautpflege
Während CBD-Produkte aus den Blüten und Blättern von Hanfpflanzen hergestellt werden, wird Hanföl aus Hanfsamen kaltgepresst. Es enthält kein berauschendes THC und praktisch kein CBD, dafür jedoch reichlich Omega-3-Fettsäuren und die wertvolle Gamma-Linolensäure. Dieses Duo hat sich besonders bei Entzündungen aller Art bewährt. Hanfsamen und auch das nussig-milde­ Speiseöl gibt es im Reformhaus und im Biosupermarkt. Greifen Sie unbedingt zu 100 Prozent nativem, kaltgepresstem Öl und verwenden Sie es nur für die kalte Küche, also für Salatdressings, Brotaufstriche und Dips – ein Erhitzen würde die wertvollen Inhalts­stoffe zerstören.

>> Hanfsamenöl wirkt gegen Entzündungen. Wird es als Speiseöl verzehrt, stoppen die Omega-3-Fettsäuren und die Gamma-Linolensäure Entzündungen wie Zahnfleischinfektionen oder auch Arthritis. Beschwerden wie Konzentrationsprobleme, trockene Augen bis hin zu Augenkrankheiten, Übergewicht oder Gelenkschmerzen können ebenfalls mit dem wertvollen Speiseöl gelindert werden.

Der Grund: Hanföl bietet dem Körper das perfekte Verhältnis von Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, nämlich 1:3. Zudem bunkert Hanfspeiseöl eine clevere Kombination von Mineralstoffen und Vitaminen, die Zivilisationskrankheiten wie Herz- und Kreislauferkrankungen oder Bluthochdruck vorbeugen können.  So enthält das Öl unter anderem reichlich Vitamin E, das Körperzellen vor Entartung schützt, wodurch das Krebs­risiko sinkt. Vitamin B₂, um ein weiteres Beispiel zu nennen, unterstützt das Hormon Kortisol im Körper beim Stressabbau.

Hanföl ist auch besonders gut für die Haut. Äußerlich aufgetragen, lindert es Neurodermitis, Schuppenflechte und Ekzeme. Es sorgt dafür, dass sich Akne bessert und dass Narben verblassen. Zudem pflegt es trockene, juckende oder irri­tierte Haut. Dafür reicht es, einige Tropfen eines naturreinen, kalt­gepressten Hanfspeiseöls einzumassieren. Trotz seines hohen Gehalts an pflegenden Fetten macht Hanföl den Teint nicht speckig, sondern zieht, verglichen mit anderen Ölen, rasch ein. Wie Forschungs­ergebnisse von 2017 nahelegen, könnte Hanföl mit seinem hohen Gehalt an Vitamin E und A die Zellerneuerung unterstützen und dadurch den Alterungsprozess der Haut verlangsamen. All dies führt dazu, dass immer mehr Pflegeprodukte mit Hanfsamenöl – oft in Kombination mit CBD – in den Handel kommen.

>> Hanfsamen sind eine gesunde Knabberei. Die auch als Hanfnüsse bezeichneten Cannabissamen enthalten praktisch dieselben Wirkstoffe wie das Öl, sind also ähnlich gesund. Ein Proteinanteil von bis zu 30 Prozent macht sie zum idealen Eiweißlieferanten und Fleischersatz für Vegetarier und Veganer. Weil das Hanfeiweiß dem körpereigenen Eiweiß besonders ähnlich ist, wird es problemlos verdaut. Zudem enthalten die etwa stecknadelkopfgroßen Körnchen weder Gluten noch Laktose. Die leicht süßlichen Nüsse schmecken so gut, dass man sie pur essen kann – gern ungeschält. In Asien, der Heimat des Hanfs, ist das seit Jahrtausenden Tradition. Die Hanfnüsse passen in Müsli, Jogurt oder Salate, gemahlen in selbst gemachte Backwaren. Den vollständigen Beitrag finden Sie in Ausgabe 5/2020

Weitere Aspekte in diesem Beitrag:

  • THC und CBD: Verantwortlich für Rausch und Heilkraft
  • Wiederentdeckte Heilwirkung
  • Cannabisrausch auf Rezept?




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